In der Version 11 kommt der E-Mail-Client Mozilla Thunderbird nun auch, wie schon der Firefox seit Version 4, mit Tabs über statt unter der Haupt-Menüleiste daher.
Eine Registerkarte (Reiter, Tab) ist bei grafischen Benutzeroberflächen ein Navigationselement, das es ermöglicht, mehrere Dokumente, Ansichten, Anwendungen etc. griffbereit sozusagen hintereinander anzuordnen. Die bekannteste Erscheinungsform ist wohl das „Tabbed Browsing“, das bereits 1994 eingeführt wurde und seit 2006 von praktisch allen Webbrowser unterstützt wird.
Vorbilder sind der Karteikasten bzw. das Hängeregister, in denen man durch aufgesetzte Etiketten schnell zu den gewünschten Informationen findet und von einem Bereich zum anderen springen kann.
Im Thunderbird gibt es die praktischen Reiter seit der Version 3.0 (Dezember 2009). Damals habe ich mich sehr gefreut. Durch die Registerkarten war es plötzlich möglich, Postfächer, verschiedene Ansichten des Kalender-Add-ons Lightning und gerne auch mal eine bestimmte E-Mail nebeneinander geöffnet und immer parat zu haben. Das wirklich Schöne daran war, dass man, um eine E-Mail zu verfassen, eben nicht in den Tab mit den Postfächern wechseln musste.
Das ist nun leider Geschichte. Denn anders als im Firefox gibt es keine Möglichkeit, die Position der Registerkarten selbst zu bestimmen. Im Gegenteil: Die Entwickler sind begeistert von ihrem Konzept und überzeugt, im besten Interesse der Benutzer zu handeln.
Nun, in meinem Interesse ist es nicht. Ich finde es unlogisch. Der Reiter gehört für mich zum Inhalt, während die Menüleiste zum Programm gehört.
So ist es, als würde man den Griff der Schublade in die Hängeregistermappe stecken.