sDesk – Virtueller Desktop für Windows

Unter Unix werden virtuelle Desktops schon seit langem von vielen Window-Managern unterstützt. Auf der Suche nach einer vergleichbaren Lösung für Windows bin ich vor einigen Jahren auf sDesk von Jan Tomášek gestoßen.

Das Programm wurde zwar bereits im Jahr 2000 entwickelt und seitdem nur marginal verändert, trotzdem ist es funktional immer noch dem virtuellen Desktop meines Windows 7 überlegen.

Mit sDesk lassen sich auf einfache Weise beliebig viele virtuelle Bildschirme erzeugen, auf denen man seine Fenster übersichtlich verteilen kann. Per Mausklick oder Tastenkombination kann man zwischen ihnen wechseln. Das Programm erzeugt ein Übersichtsbild im Stile von fvwm, das es nur unter Unix bzw. X11 gibt.

Hat man sich einmal an sDesk gewöhnt, möchte man es nie mehr missen.

Ein einziges mal gab es ein Problem mit sDesk: Bei meinem Laptop mit angeschlossener Dockingstation ist die Auflösung der beiden Monitore unterschiedlich. Dadurch passte nach einem Wechsel zwischen Laptop und Dockingstation die Position des Vorschaufensters nicht mehr.

Nach langem Nachdenken und kurzem Googeln – eine Kombination, die auch beim Lösen anderer Probleme helfen kann – habe ich mit Hilfe von AutoIt ein Script erstellt, das mir das Vorschaufenster immer in die richtige Ecke setzt, egal ob ich am Laptop oder an der Dockingstation arbeite.

Hier der Quelltext mit Hinweisen, wie man das Script anpasst.

#cs -----------------------------------------------------------------
 AutoIt Version: 3.3.0.0
 Author:         Kurt Výjezd 
 
 Script Function:
	Template AutoIt script.
#ce ----------------------------------------------------------
 
sDeskPlace()
 
Func sDeskPlace();
  ; So lautet der Fenstertitel von sDesk
  $winname = "Semik's desktop"
 
  ; Mein Vorschaufenster liegt in der rechten unteren Ecke
  ; des Bildschirms. Daher muss ich 271 Pixel nach "links" und
  ; 110 Pixel nach "oben"
  ; Hier an die eigene Größe des Vorschaufensters anpassen!
  $x_offset = -271;
  $y_offset = -110;
 
  ; sDesk schließen, sonst funktioniert die Bestimmung der 
  ; Bildschirmgröße nicht mehr
  WinClose($winname)
  ; Die Größe des aktuellen Bildschirms bestimmen
  $size = WinGetPos("Program Manager")
 
  ; sDesk starten
  ; Hier den Pfad anpassen!
  Run ( "d:\tools\sDesk\sDesk.exe" )
 
  ; Warten (maximal 5 Sekunden, das muss reichen) bis sDesk 
  ; wirklich gestartet wurde
  WinWaitActive ($winname, "" , 5)
 
  ; So und jetzt das Vorschaufenster $x_offset Pixel in x- und 
  ; $y_offset Pixel in y-Richtung verschieben, je nachdem 
  ; in welcher Ecke man das Vorschaufenster platzieren will
  WinMove($winname, "", 
    ($size[2] + $x_offset), ($size[3] + $y_offset))
 
  ; Fertig ist das Mondgesicht!
EndFunc

Jetzt muss man im Ordner „Autostart“ nur noch in einen Link auf das Script oder dessen compilierte Version erzeugen und schon – den vielen Nullen und Einsen sei Dank – liegt das Vorschaufenster von sDesk immer da, wo man es haben möchte.

Euer Kurt

P.S. AutoIt ist auch für andere Sachen gut.

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Ohne Titel

Wer das liest ist glücklich. Quelle: Dies ist keine Übung!

Aktion von Heiko Beck Kos zur Art Cologne 2008.

Unser erster Artikel für 2012 stellt den Düsseldorfer Künstler Heiko Beck Kos vor, auf den ich vor kurzem in der Sendung Aspekte aufmerksam geworden bin. Ruhig steht er zwischen den hektisch vorbeihuschenden Menschen und hält ein großes Schild hoch mit den Worten: Ich glaube an die große Liebe oder Ich bin einsam oder Ich rauche zuviel oder Ich bin faul

Ob man will oder nicht, man wird aus dem Alltagstrott geweckt und zum Nachdenken bewegt! Je nachdem in welchem Kontext seine Texte auftauchen, können sie lustig, ehrlich, sarkastisch sein oder einfach fröhlich stimmen. Er erreicht jeden, ganz im Sinne der Sozialen Plastik. Joseph Beuys würde sich freuen.

„Etwas aus einer Überzeugung tun und nicht als Mittel zum Zweck,“ sagt Heiko Beck Kos und:
Denken ist Handeln

In diesem Sinne wünschen wir allen ein ehrliches 2012!

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„Ho Hoho … ho ho ho hoho … ho ho hoho hohoho …“

Die Briefmarke „Der sprechende Hund“, die wir für unsere diesjährige Weihnachtskarte ausgewählt haben, war noch vor wenigen Wochen im Wikipedia-Artikel über Loriot zu bewundern.

Weil es dagegen aber inzwischen eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin (Beschluss vom 6. Oktober 2011, 15 O 377/11) gab, haben wir die Marke auf unserem Foto vorsichtshalber zensiert.

Begründung der Entscheidung gegen die Wikimedia Foundation war, dass es sich bei den Briefmarken der Deutschen Post AG nicht um amtliche Werke im Sinne des § 5 UrhG handele.

Erfreulich an dem Urteil scheint uns, dass das Urheberrecht ernst genommen wird und sogar international durchsetzbar ist. Es bleibt aber ein schlechter Beigeschmack, weil ausgerechnet eine Organisation, die aus unserer Informationslandschaft nicht mehr wegzudenken ist und nicht profitorientiert arbeitet, mit Verfahrenskosten in Höhe von 30.000 € belastet wird.

Und da fragen wir uns natürlich, ob wir, statt Wohlfahrtsmarken zu kaufen, das Geld nicht lieber für Wikipedia gespendet hätten.

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Alle Jahre wieder

Einen sehr nützlichen Online-Adventskalender hat auch unser Lieblings-TYPO3-Hoster jweiland.net aus Filderstadt. Jeden Tag gibt es dort ein paar Zeilen Typoscript sowie – damit es nicht zu trocken ist – ein Cocktail-Rezept.

Letztes Jahr waren es Plätzchenrezepte, und „Omas allerbeste Vanillekipferl“ backe ich nun – etwas verfeinert – alle Jahre wieder.

Hier meine Version der Kipferl:

100 g Mandeln häuten und mahlen. Mit 280 g Mehl, 70 g Zucker und 200 g in kleine Stücke geschnittener Butter und dem Mark einer Vanilleschote zu einem Teig kneten, 1 Std. kühlen. Den Teig anschließend zu Kipferln formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und auf der zweiten Schiene von unten bei 175° goldgelb backen, ca. 15 min pro Blech. Zucker und Vanillezucker mischen, die gerade gebackenen Kipferl darin wenden und auskühlen lassen.

jweiland.net bietet aber nicht nur Rezepte und Webspace, sondern auch Hilfestellung in den einschlägigen Foren, Schulungen, und vor allem einen exzellenter Support, der sehr persönlich und verbindlich ist und weit über das gewöhnliche Maß hinausgeht. Danke!

Der Kalender allerdings ist von der Sorte, wo das Türchen nur einen Tag offen ist. Das ist bitter, den jeden Tag schaffe ich es natürlich nicht, da reinzuklicken. Mein Trost: Nächstes Jahr sind die TYPO3-Anleitungen alle unter Tipps & Tricks zu finden.

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Online-Adventskalender im Test

Zugegeben, es ist nach Nikolaus und damit fast schon ein bisschen spät, um noch Tipps für Online-Adventskalender zu geben. Aber ein paar Tage wollte ich sie schließlich testen, um zu sehen, wo es sich denn lohnt, Türchen zu öffnen – oder genauer: Türchen anzuklicken.

Auf meiner Liste recht weit oben steht www.stichpunkt.de. In den ersten Dezembertagen habe ich dort unter anderem erfahren, wie eine chinesische Schreibmaschine funktioniert und seit wann die langlebigste Glühbirne der Welt schon brennt. Zu sehen gab es auch ein Filmchen über den kleinen Maulwurf – in Erinnerung an seinen Schöpfer Zdenek Miller, der dieser Tage leider verstorben ist.

Sehr originell ist die Idee des Goethe-Instituts, die Wartezeit bis Heiligabend mit künstlerisch wertvollen Weihnachtsbäumen zu vertreiben.

Lesenswert sind die 24 Ausschnitte aus 24 nie geschriebenen Romanen, die sich hinter diesen Türchen verstecken.

Wer nicht selbst lesen will, den bedient Adventskalender.net mit laut vorgelesenen Texten von Kurt Tucholsky oder den Brüdern Grimm.
Klares Minus ist für mich aber das von einer Frauenstimme gehauchte „Frohe Weihnachten“, das ebenfalls hinter jeder Tür lauert und nur nervt. Pluspunkte gibt es aber für die Plätzchenrezepte und den Spendentipp: jeden Tag wird auf eine mit dem DZI-Spendensiegel zertifizierte Organisation verlinkt.

Apropos verlinkt: Viele Online-Adventskalender geben Tipps für weitere, so dass man sich nahezu endlos durch Intellektuelles, Kitschiges oder Rätselhaftes klicken kann.

Ehe ich das jetzt weiter tue, seien noch rasch der NABU genannt und der Mathe-Adventskalender, in dem die Deutsche Mathematiker-Vereinigung und das DFG Forschungszentrum Matheon tägliche Knobeleien für Schüler in drei Altersgruppen anbieten. Auch für naturwissenschaftlich minderbegabte Erwachsene wie mich eine echte Herausforderung!

Entspannender ist dieser Online-Adventskalender, ein Klassiker und einfach schön gemacht.

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Lieber Weihnachtsmann,

seitdem ich schreiben kann – und das ist schon eine ganze Weile – habe ich Papa und Mama jedes Jahr versprochen, dass ich dir einen Wunschzettel schicke wegen der Weihnachtsgeschenke. Ich war ja schon ziemlich enttäuscht, als Papa mich zwischen seine Knie genommen und mir erklärt hat, der Weihnachtsmann ist dieses Jahr nicht so reich – besonders, weil du soviel Geld für die Reparatur von deinem Schlitten bezahlt hast, nämlich weil so ein Idiot mit seinem Schlitten dir von rechts reingefahren ist, und es gibt sogar Zeugen, aber die Versicherung hat gesagt, du hängst mit drin

So fängt die fünfte Geschichte des Hörbuchs „Der kleine Nick freut sich auf Weihnachten“ an (Diogenes 2007, ISBN 978-3257801682). Und so tönt es nun wieder täglich aus dem Kinderzimmer – chaotisch und liebenswert.
Die Geschichten von René Goscinny sind schon über vierzig Jahre alt, haben aber nichts von ihrem Charme verloren. Rufus Beck ist der beste vorstellbare Erzähler für den kleinen Nick, er trifft genau den richtigen Ton.
Einziger Wermutstropfen bei diesem perfekten Audio-Book ist, dass man die Zeichnungen von Sempé nicht hören kann.

Ein wunderbares Geschenk für die Kleinen, das auch den Großem immer wieder viel Freude bereitet.

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Holy.Shit.Shopping war gestern – heute ist mehr Lametta

„Das Kunstkaufhaus“ in den Wagenhallen, 18. Dezember, 11 bis 22 Uhr

Dieses Jahr fällt in Stuttgart das Holy.Shit.Shopping leider aus – Gerüchten zufolge, weil es in dieser Stadt kaum möglich ist, eine Genehmigung für eine Verkaufsveranstaltung am Sonntag zu bekommen. Deshalb fand ja wohl auch schon das Summer.Pop.Shopping 2011 in Fellbach statt.

Das ist eigentlich ein Armutszeugnis. Aber Stuttgart lächelt gelassen, und wir gehen am 18. Dezember in die Wagenhallen.

Wahrscheinlich wird es mindestens genauso gut wie letztes Jahr. Das Spannende am Holy.Shit. Shopping war ja sowieso eher, die lokale Szene versammelt zu sehen, als Designer aus Berlin und Hamburch. Zwei meiner Schätze sind jedenfalls dabei, Cheebana und Maria Granuja (die übrigens eine angemessen wunderschöne Webseite hat). Na, und die Blutsgeschwister werden doch wohl auch kommen, die wohnen doch gleich um die Ecke.

Die Öffnungszeiten sind viel entspannter. Und – holy shit – der Eintritt ist auch noch frei!!!

Da lacht das Schwabenherz.

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Nostalgische Spiele mit Suchtgefahr

Man kann ja in alten Fotoalben kramen, wenn man in der Vergangenheit schwelgen will. Weil die aber meist in der hintersten obersten Regalecke lagern, muss man dafür erst auf einen Hocker steigen und reichlich Staub aufwirbeln. Wie gut also, dass man sich auch viel schneller und staubfreier um knappe zwei Jahrzehnte zurückversetzen kann. Mit einem Klick auf www.gamesbasis.com/lemmings.html zum Beispiel.

Quelle: http://www.iphon.fr

Bei mir rufen die Lemminge Erinnerungen wach an die frühen 90er, als ich in meiner Studentenbude saß und an meiner Magisterarbeit schrieb. Davon hielten mich die simpel animierten Männchen ständig ab. Denn sie vor dem Untergang zu bewahren, war viel spannender, als sich in noch einen literaturtheoretischen Text zu vertiefen. Nur weil ich das Spiel irgendwann von meinem 286-Computer löschte, wurde es noch was mit dem Uniabschluss. Und das ist jetzt mein großes Problem: Die Lemmings machen nach wie vor süchtig, aber einfach vom Rechner werfen geht halt nicht mehr. Wie immer ist das Internet schuld.

Tetris gibt es auf Spieleklassiker-Seiten übrigens auch zuhauf. Die Version hier hat allerdings nicht viel mit der zu tun, an die ich Jahre meiner Jugend verschwendet habe, die war irgendwie bunter, besser und dreidimensionaler. Aber um das richtige Tetris zu suchen, fehlt mir jetzt die Zeit. Ich muss dringend weiter Lemminge retten.

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Wortschätze online: Lesungen.net

Literatur zum Nachhören ist eine Online-Bibliothek, die seit September im Netz ist. Hier gibt es eine Menge Lesungen, Diskussionen und Gespräche mit Autoren.

Vorerst gibt es zum Schmökern Veranstaltungen des Literarischen Colloquiums Berlin, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk entstanden sind, und Lesungen des Literaturhauses Basel. Beim Stöbern finde ich alte Bekannte wie zum Beispiel Robert Gernhardt, Adolf Muschg oder Jakob Arjouni wieder. Ich kann mir aber auch neue Autoren anhören, die mich immer schon interessiert haben.

Und da demnächst das Literaturhaus Wien als weiterer Veranstalter hinzukommt, kann ich mich vielleicht schon mal auf Thomas Bernhard und Christoph Ransmayr freuen.

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Sonne, Sand und Pyramiden

Sie heißen Grande Pyramide, Temple du Soleil oder L’Arc en Ciel und sind Versatzstücke des französischen Ferienortes La Grande Motte, einer Reißbrett-Stadt in der Camargue.

Jean Balladur, 1967-1968. Immeuble d’habitation Le Grand pavois.
© SIAF/Cité de l’architecture et du patrimoine/Archives d’architecture du XXe siècle/ADAGP-année

La Grande Motte: perspective depuis un ponton

In den 1960ern entwarf der Architekt Jean Balladur (1924-2002) eine moderne Stadt fern der verstaubten Vorstellung von malerischen Fischerdörfern mit Grand Hotels für gutbetuchte Touristen. Es sollte ein Ferienort für ein breites Publikum werden: mit einem Kongresszentrum, einer einfachen Promenade, verkehrstechnisch günstig gelegenen Stränden und Ferienwohnungen mit Meerblick für alle.

Mit den Stufenpyramiden entwickelte Balladur den für La Grande Motte typischen Baustil. Die Terrassierung ermöglicht eine gute Aussicht für Viele und schafft einen Übergang zwischen dem Küstenstreifen und der Bergkette der Cevennen.

Begonnen wurde 1966 mit dem Yacht-Hafen. 1968 folgten die ersten Pyramiden. 1974 wurde La Grande Motte zur selbständigen Gemeinde, und 1975 wurde der Grundstein der Kirche des Heiligen Augustin gelegt. Seitdem wächst die Stadt immer weiter.

In den achtziger Jahren stand man dieser Architektur eher ablehnend gegenüber, sie war als menschenfeindlich verschrien. Der Ort erlebte eine Krise.

Durch Ausbau der Parks und (nicht immer gelungene) Renovierungen wurde am Image der Stadt gearbeitet. Mittlerweile hat La Grande Motte fast Kultstatus, und zu Recht erhielt es 2010 die Auszeichnung «Patrimoine du XXe siècle» des Französischen Kultusministeriums.

Über die Jahrzehnte ist es gelungen, eine gut funktionierende Stadt aufzubauen. Allerdings dient sie heute nicht mehr dem Massentourismus, sondern wird mehr und mehr zum Luxus-Ferienort an der Côte d’Azur. Die Landungsstege sind schon lange nicht mehr öffentlich.

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