Schuster, bleib’ bei deinen Leisten?

Ein bekannter Darmstädter Spargel- und Erdbeerbauer bietet in Zukunft auch Bioprodukte an und kam mit dem Wunsch nach Etiketten, Verkaufsstände und Faltblatt in einem eigenen Design auf uns zu.

Biospargel

Für das Etikett haben wir eine klare Gestaltung mit einer abstrahierten Zeichnung von Stangenspargel vorgeschlagen. Die Wortmarke sollte um den Slogan „Hand in Hand mit der Natur“ ergänzt werden.

Die Bioetiketten werden auf die vakuumverschweißten Plastikverpackungen geklebt. Lediglich das Haltbarkeitsdatum muss aufgedruckt werden.

 

Durch wenige Handgriffe sollen die Stände zeitweise in Biospargel-Verkaufsstellen umgewandelt werden. Dazu haben wir die weithin sichtbaren Schilder auf dem Dach und die Klappe neu gestaltet. Durch das Grün setzt sich die Beschilderung deutlich vom „normalen“ Aussehen ab.

 

Weitere Produkte

Wir nutzten die Gelegenheit, auch das Erscheinungsbild der Verpackungen für die konventionellen Produkte wie eingelegten Spargel, Konfitüre, Spargelschnaps und Weißwein zu diskutieren.

Um das neue Etikett für alle Erzeugnisse verwenden zu können, haben wir unsere Zeichnung mit einer Erdbeerpflanze erweitert.

Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Verkäufer an den Ständen Schwierigkeiten haben, die gewünschten Gläser in den Kartons zu finden. Deshalb haben wir die Beklebung der Deckel überarbeitet. Durch den Aufdruck und eine Farbkodierung ermöglicht sie, auf einen Blick zu erkennen, ob es sich um Spargel oder Konfitüre handelt.

Der Hersteller druckt neben dem Haltbarkeitsdatum auch die Inhaltsstoffe und die genaue Produktbezeichnung nachträglich auf die zweifarbigen Etiketten.

Durch die Kombination der Deckelaufkleber mit Etiketten in zwei Größen hatten wir schließlich ein System für die gesamte Produktpalette, das kostengünstig umsetzbar wäre.

Unser Kunde beendete das Projekt allerdings noch der Entwurfsphase. Er war letztlich nicht bereit, sich auf das ganz andere Design einzulassen.

Fazit

Manchmal ist der Weg das Ziel. Ohne die Auseinandersetzung mit der neuen Gestaltung wäre beim Kunden vielleicht die Unzufriedenheit mit der alten geblieben. Und womöglich findet ja ein Teil der Ergebnisse in anderer Form noch Verwendung.

Für uns war es jedenfalls neben der interessanten Projektarbeit auch eine schöne Gelegenheit, mal wieder freihand zu zeichnen.

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2 hoch 11

2048 ist ein kleines, kontemplatives Browser-Spiel mit simplen Regeln – oder besser gesagt einer einzigen Regel – und einem minimalen Quentchen Zufall. Es ist in wenigen Wochen zu einem weltweiten Erfolg geworden. Vor allem aber sieht es einfach wunderschön aus.

Das Spiel ist so etwas wie die Visualisierung der Legende von dem Schachbrett und dem Reiskorn auf 16 Feldern. Jedenfalls bin ich wider besseres Wissen doch immer überrascht, wie schnell man durch Verdoppelung zu großen Zahlen kommt. 2048 ist übrigens nicht die höchste erreichbare Summe. Im Grunde ist das Spiel unendlich, nur dass der Platz zum Rangieren immer kleiner wird.

Der zwanzigjährige Entwickler Gabriele Cirulli hat die Javascript-Variante auf GitHub veröffentlicht. Das war ihm eine Herzensangelegenheit – nicht zuletzt, weil die Spielidee nicht wirklich seine eigene ist.

Seit dem 9. Mai gibt es das Spiel nun auch als Mobile App. Auf seiner Website erklärt Cirulli ausführlich, warum er sich entschieden hat, 2048 auch für iOS und Android herauszubringen, nachdem er ursprünglich in jugendlichem Leichtsinn behauptet hatte, das werde er niemals tun.

Ein herzzerreißender Konflikt, der nicht wirklich zu verstehen ist. Denn die 2048-Apps sind genauso kostenlos wie die Browser-Version.

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Brillenträger

The Notwist hat seine neue Platte „Close to the Glass“ herausgebracht, und die Medien sind voll des Lobes. Da will ich auch gar nicht viel mehr zu sagen. Hier nur der Hinweis auf das Konzert am 10. März in den Wagenhallen Stuttgart und das absolut großartige offizielle Video zu „Kong“:


Über dieses konnte ich leider nur spärliche Informationen finden: Der Regisseur heißt Yu Sato, der Zeichner Tim Divall (Quelle: http://www.cityslang.com/news/the-notwist/) und beide haben anscheinend auch schon für Lali Puna zusammengearbeitet.

Übrigens fragte der Bayerische Rundfunk The Notwist neulich im Interview: „Seid ihr eigentlich Optimisten, Pessimisten, Psychopathen oder Agnostiker?“ „Keine Ahnung“, antwortete Markus Acher und fügte nach kurzem Überlegen hinzu: „Brillenträger.“

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… noch mehr Schnee

Passend zur nicht vorhandenen Winterzeit kann man sich nicht nur über unseren virtuellen Schnee freuen, sondern auch Buchstabenflocken auf Druckerzeugnisse rieseln lassen.

Mit Hilfe der Transformfunktion im Illustrator werden Buchstaben zu wunderschönen Kristallen. Je nach Schriftart werden die Flocken einfache oder komplizierte Gebilde. Am besten eignen sich Serifenschriften.

Der Filter ist unter dem Menüpunkt Effekte / Verzerrungs- und Transformationsfilter zu finden. Das komplette Tutorial zum Buchstabenflockenbasteln findet ihr hier.

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Leise rieselt der Schnee …

Gut einen Monat nach Weihnachten ist hier immer noch kein Schnee in Sicht. Aber inzwischen schneit es wenigstens in unserem Blog. Und das kam so: Beim Blick auf die Fenster erinnerte ich mich mit leiser Wehmut an Xsnow zu meinen goldenen Unix-Zeiten. Die Anwendung ließ Flocken über den Bildschirm schweben, die sich auf den Fenstern und am unteren Bildschirmrand sammelten. Ab und zu flog ein „Santa“ – also ein Weihnachtsmann – im Rentierschlitten vorbei.

Einen vollwertigen Ersatz habe ich noch nicht gefunden, aber meine Recherche führte mich rasch zu Snowstorm. Das Javascript ist gut dokumentiert und hochgradig personalisierbar. Die Flocken sind keine Bilder, sondern einfach Zeichen. Ich habe den Asterisk ∗ [∗] gewählt, der in den meisten Fonts sechs Strahlen hat – genau wie eine Schneeflocke.

Mehr Schnee …

… im Browser: Optisch näher am Original ist die Javascript-Variante von Dr. Nikolaus Klepp.

… auf Unix / Linux: Xsnow gibt es immer noch, es läuft aber nicht – oder nicht ohne weiteres – auf Systemen mit Desktop-Managern wie KDE, weil es den Schnee im „Root“-Fenster erzeugt.

… für Android: Let it snow! von LUCK TECHNOLOGY

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Zugangsdaten sicher an den Kunden weitergeben

Passwörter, ob für den FTP-Account oder den TYPO3-Zugang, versenden wir nie per E-Mail. Das Risiko, dass sie in die falschen Hände gelangen, ist einfach zu hoch.

Früher haben wir sie am Telefon durchgeben. Aber ein sicheres Passwort ist ja eine willkürliche Zeichenfolge, die sich schwer sprachlich übermitteln lässt. Dabei kam es immer wieder zu Missverständnissen und Schreibfehlern. So etwas kostet Zeit, und nicht nur der Kunde ärgert sich.

Doch nun haben wir die perfekte Lösung für diese Aufgabe, nämlich read2burn.

Dieser Dienst wird bereitgestellt von wemove digital solutions GmbH.

Und so einfach wird es gemacht:

1. Zu übertragende Daten in das Textfeld eintippen.

2. Mit dem darunter stehenden Button den Link erzeugen.

3. Unter dem Button erscheint ein zweites Textfeld mit dem bereits ausgewählten Link. Diesen kopieren, …

4. … in eine E-Mail einfügen und versenden.

Der Empfänger öffnet den Link im Browser:

5. Die angezeigten Daten kopieren resp. abschreiben und sicher verwahren.

Und das Beste: Anders als beim Prinzip „Burn after reading“ ist hier sozusagen das Verbrennen im Lesen eingebaut: Der erzeugt Link funktioniert nur ein einziges mal.

Wenn diese Meldung erscheint, weiß man sofort, dass jemand Drittes bereits die Daten abgerufen hat und kann sofort den Zugang sperren (lassen).

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Krippenspiel

Die Weihnachtsgeschichte, nacherzählt von Kindern der St Paul’s Church, Auckland, Neuseeland:

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Was wir schauen

Das Photographie-Portfolio von Kirsten Bucher wurde bewusst auf umweltfreundlichem Papier von Olin mit einer sehr rauen Oberfläche gedruckt. Durch die offene Struktur verschwinden manche Details in den Tiefen und Lichtern. Dieser Effekt nimmt den Photos den Hochglanzcharakter und die damit verbundene Distanziertheit.

Die samtene Haptik lässt die Bilder persönlicher, wärmer wirken. In den Vordergrund tritt, was Kirsten Bucher in der Photographie wichtig ist: Die Menschen und ihre Geschichten.

Das Magazin entstand in Zusammenarbeit mit nemadesign.

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Die Erdanziehungskraft ist ein Fehler.

„The Centrifuge Brain Project“ von Till Nowak gewinnt den Publikumspreis bei der Filmzeit Kaufbeuren.

Dieser Film macht alle glücklich: das Publikum, die Jury, die Veranstalter und mich.

Zwei Wissenschaftler erforschen die Auswirkungen großer Beschleunigung auf das menschliche Hirn. Nach ersten Rückschlägen kommen sie schnell auf den Gedanken, mit einem Schausteller zusammenzuarbeiten.

Auf den ersten Blick sehen die Karussells und Achterbahnen ganz plausibel aus. Auf wirklichen Rummelplätzen gefilmte Sequenzen und der Originalton von kreischenden Fahrgästen und Kirmesmusik verstärken diesen Eindruck wirkungsvoll.

Ist es eine Mockumentary – oder eine Dokunimation? Jedenfalls ist es eine Wissenschaftssatire und ganz sicher ein wunderbarer Film, der den Blick auf die Realität nachhaltig verändert. Deshalb mein Tipp: Anschauen und anschließend aufs Volksfest gehen.

On the Institute for Centrifugal Research (ICR) Website you will find an English version of the short film and further information, for example on the “Alliance of Trustworthy Scientists”.

All pictures: © Till Nowak | The Centrifuge Brain Project

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Von Gartenlauben und „sheddies“

Queen Emma Galleon, Gewinner in der Kategorie "Normale" Gartenlaube

Queen Emma Galleon, Southampton, Gewinnerin in der Kategorie „Normale” Gartenlaube

Die deutsche Gartenlaube darf nach §3 Abs. 2 des Bundeskleingartengesetzes höchstens eine Grundfläche von 24 Quadratmetern einschließlich eines überdachten Freisitzes haben. Dazu kommen natürlich noch allgemeine baurechtliche Vorschriften und, im Falle einer Laube in einer Kleingartenkolonie, die Vorschriften des jeweiligen Kleingartenvereins.

Warum nun aus diesen Voraussetzungen in gefühlt 98% aller Fälle die klassische, vage an eine Almhütte erinnernde Kiefern- oder Fichtengartenlaube entsteht – ich weiß es nicht.

Es geht auch anders. Ohne behaupten zu wollen, daß hierzulande keine Kreativität wohnt, stellt man bei einem Blick über den Ärmelkanal fest, daß die Briten (die ihre Gartenlauben mit klischeetreuem understatement „shed“, also „Schuppen“ nennen) da ein bis drei Schritte weiter zu sein scheinen.

Gewinner in der Kategorie Unikat

Boat Roofed Shed, Cambrian Mountains, Gewinner in der Kategorie Unikat

Nicht nur, daß die britschen „sheddies“ ihre Gartenhäuser wie Schiffe gestalten oder gleich ganze Boote als Dach verwenden, auch Entwürfe für ökologisch durchdachte Fahrradschuppen, Arbeitszimmer und Miniatur-Studios finden sich. Und natürlich gibt es einen Wettbewerb um die besten Ideen und Ausführungen.

Last but not least sei die britischste aller Wettbewerbskategorien erwähnt: Die TARDIS, bekannt aus der am längsten laufenden Science-Fiction-Fernsehserie der Welt, Dr. Who. Die TARDIS ist das Raum und Zeit durchreisende Gefährt des namensgebenden „Doctor“, deren äußeres Erscheinungsbild seit Beginn der BBC-Serie wegen einer Fehlfunktion der Chamäleon-Schaltkreise unveränderlich das einer blauen Police Box ist, ob das Schiff nun im alten Rom oder auf einem fremden Planeten landet. Hinter den Türen der Box findet sich aber – „it’s bigger on the inside“ – das komplette Gefährt mit Räumen, Maschinen und verbindenden Gängen.

Inwieweit den „sheddies“ die Nachahmung dieser Eigenschaft gelungen ist, kann leider nur vermutet werden, sicher ist aber, daß der Gewinner in der Kategorie TARDIS das Äußere großartig nachgebaut hat:

Gewinner in der Kategorie TARDIS

TARDIS, Chelmsford, Gewinner in der Kategorie TARDIS
Quelle aller Bilder:
http://www.shedblog.co.uk/2013/06/11/the-finalists-for-shed-of-the-year-2013-announced/

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