Malreise nach Südböhmen: Fünf Tage ohne „Strg z“

11.00 Uhr

Seit dem Studium hatte ich außer zum Anstreichen keinen Pinsel mehr in der Hand.

Dann bekam ich die Gelegenheit, mit meiner ehemaligen Berufsfachschule an der Malreise nach Brloh teilzunehmen, welche diese regelmäßig gemeinsam mit der tschechischen Mutterschule aus Jablonec nad Nisou veranstaltet.

Brloh ist ein kleines Dorf in der Nähe von České Budějovice (Budweis) und der UNESCO-Welterbestadt Český Krumlov (Krumau), in welcher Egon Schiele viele seiner Stadtansichten gemalt hat.

 

13.45 Uhr

Diese ländliche Idylle wird alljährlich von Schülern überschwemmt. Eine Woche lang stehen überall junge Menschen mit Staffeleien.

Jeden Morgen ziehen wir los mit unserem erheblichen Gepäck, bestehend aus Malbrett, Staffelei, Farben, Pinseln, Lappen, Wasser und – ganz wichtig – Sonnenhut. Auf der Suche nach einem lohnenden Motiv, an denen in Brloh allerdings kein Mangel herrscht.

Wir malen in Tempera. Dabei malt man von dunkel nach hell und von hinten nach vorn. Schwierig ist, dass jeder Strich die darunterliegenden Schichten wieder mit anlöst.
Oh, der Untergrund war noch zu feucht. Ich ertappe mich dabei, wie ich „Ctrl z“ denke.

15.00 Uhr

Klar ist das anstrengend, den ganzen Tag draußen, immer stehen, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Was, schon Mittag? Das Essen lassen wir heute ausfallen.

Genau hinsehen. Wer sagt, dass Gras grün ist?

Naturgemäß wechselt das Licht im Laufe des Tages. Der Schatten des Hauses, den ich am Morgen angelegt hatte, ist abends gar nicht mehr da. Das kann einen schon wahnsinnig machen.

Und am Abend ist EIN Bild fertig.

Zur Belohnung gibt es vom freundlichen Wirt ein kühles Budweiser auf der Terrasse unserer Pension.

17.30 Uhr

Ich kann mich an keine intensivere Reise erinnern.

„Strg y“!!!

:-)

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