METROPOLITAN Festival – Die erzählte Stadt – 31.08. bis 04.09.2011

.FRM wäre eigentlich eine nette Top-Level-Domain für die Schimäre „Metropolregion-Frankfurt“. Weil es weder das eine noch das andere bislang gibt, begnügt man sich bei der Domain metropolitan-frm.de mit dem Bindestrich.

José Eduardo Agualusa, „Barroco Tropical“, erschienen bei A1

Aber Achtung, bitte nicht weiterklicken, denn hinter der Webadresse verbirgt sich nicht der zigste Versuch, das größte Dorf der Welt zur „Metropole“ zu erklären, sondern ein tatsächlich hochkarätig besetztes Literatur-Ereignis mit Autorinnen und Autoren aus richtigen Städten, die – man reibt sich angenehm erstaunt die Augen – auch im sogenannten Umland auftreten, unter anderem in Darmstadt. 

New York, Paris, Luanda, Wien, Rio de Janeiro, Barcelona sind die Schauplätze der auf dem Metropolitan Festival vorgestellten und diskutierten Romane. Darunter der als Geheimtipp gehandelte Luanda-Roman „Barroco Tropical“ des Angolaners José Eduardo Agualusa, ein rasanter, irrer Sturzflug durch die nur fiktiv in die Zukunft verlegte angolanische Hauptstadt, in der Ölboom und Korruption, postkoloniale, postsozialistische, postillusionäre Strukturen ihre krassen Spuren hinterlassen haben. Hochhäuser, von denen Frankfurt nur träumen kann, Chaos, das uns noch bevorsteht.

Autor José Eduardo Agualusa und Übersetzer Michael Kegler

Und als ob das nicht genügte, ist diese afrikanische Bladerunner-Odyssee auch noch ein extrem poetisches Buch, in dem es um schwarze Engel und eine afrikanische Pop-Diva geht, um Intrigen der Liebe, Wahn und knallharte Realität. Das Buch stand nicht umsonst auf der Shortlist zum diesjährigen Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt. Erschienen ist es im stets nur zu lobenden Münchener A1 Verlag.

Lesung am Freitag, 2. September um 18.00 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 1

Weitere Geheimtipps und das gesamte Metropolitan-Programm finden sich – natürlich – auf www.metropolitan-frm.de.

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Ein Kommentar

  1. Wir waren alle da. Es war klasse und wir haben viel gelernt. Zum Beispiel, warum man in Angola nicht einfach das Internet für ein paar Tage abschalten kann.