Ein kleiner Helfer für die tägliche Arbeit

Das BlaBlaMeter prüft deutsche, englische und spanische Texte einer Länge von drei Sätzen bis 15.000 Zeichen (rund fünf Seiten DIN A4) auf ihren Anteil an Füllmaterial und Floskeln.

Was genau die Software tut, wird nicht verraten, aber schlecht schneidet ab, wer zu viele Verben substantiviert oder sehr lange Wörter benutzt. Außerdem wird gegen eine Liste von 60 Begriffen geprüft, „die man immer nutzt, wenn man jemand anderen beeindrucken will“ (Entwickler Bernd Wurm im Tagesspiegel).

Den Wahrheitsgehalt eines Textes kann das Werkzeug natürlich nicht erkennen. Und für Literatur ist es auch nur bedingt geeignet. John Irving etwa erreicht hier fast so gute Werte wie Kurt Vonnegut (0,15 gegenüber 0,1). Dabei müsste bei Irving ja von Rechts wegen das BlaBlaMeter die Schallgrenze von 1,0 durchbrechen.

Für Werbetexte kann das BlaBlaMeter durchaus hilfreich sein. In erster Linie aber macht es Spaß zu sehen, wie verhasste Texte schlechte Noten bekommen.

Dieser Artikel hat übrigens eine glatte 0,03 geschafft. Aber erst, nachdem ich „Webapplikation“ durch Software ersetzt und „optimiert“ gestrichen habe.

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Schon wieder ein neuer Firefox?! – Firefox 6 und die Versionsnummern-Politik von Mozilla

Mozilla hält uns mit dem Konzept „Rapid Releases“ für Firefox und Thunderbird in Atem. Aber bloß weil alle sechs Wochen eine neue Nummer herauskommt, bedeutet das noch lange nicht, dass sich viel weiterentwickelt. Es gibt einen Quasi-Standard für Versionsnummern, in dem die erste Stelle wesentlichen Änderungen vorbehalten ist. Von diesem System hat sich Mozilla schon mit der Version 5 offensichtlich verabschiedet.

Ich habe ja den Verdacht, dass es hier letztlich darum geht, sich an die Versionsnummern der Konkurrenz (Internet Explorer 9, Opera 11, Google Chrome 13) heranzuarbeiten. Solches Verhalten ist eines renommierten Open Source Unternehmens eigentlich unwürdig. Wir kennen es eher von Microsoft.

Nur ein kleiner Vergleich: Die aktuelle stabile Version von GIMP ist 2.6.11 und stammt vom Oktober letzten Jahres; die aktuelle Entwickler-Version ist 2.7.3 und wurde vor wenigen Tagen veröffentlicht – wahrlich kleine Zahlen. Nichtsdestotrotz wird die freie Bildbearbeitungssoftware seit 1995 entwickelt und ist nach wie vor auf manchen Gebieten Adobe Photoshop überlegen.

Nun aber gleich zu fürchten, Asa Dotzler könnte sich mit seinem einsamen Vorschlag, die Versionsnummer aus der Infobox zu verbannen, durchsetzen, erscheint mir allerdings übertrieben. Denn er sagt doch selbst so treffend: „We should not be designing for ourselves.

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METROPOLITAN Festival – Die erzählte Stadt – 31.08. bis 04.09.2011

.FRM wäre eigentlich eine nette Top-Level-Domain für die Schimäre „Metropolregion-Frankfurt“. Weil es weder das eine noch das andere bislang gibt, begnügt man sich bei der Domain metropolitan-frm.de mit dem Bindestrich.

José Eduardo Agualusa, „Barroco Tropical“, erschienen bei A1

Aber Achtung, bitte nicht weiterklicken, denn hinter der Webadresse verbirgt sich nicht der zigste Versuch, das größte Dorf der Welt zur „Metropole“ zu erklären, sondern ein tatsächlich hochkarätig besetztes Literatur-Ereignis mit Autorinnen und Autoren aus richtigen Städten, die – man reibt sich angenehm erstaunt die Augen – auch im sogenannten Umland auftreten, unter anderem in Darmstadt. 

New York, Paris, Luanda, Wien, Rio de Janeiro, Barcelona sind die Schauplätze der auf dem Metropolitan Festival vorgestellten und diskutierten Romane. Darunter der als Geheimtipp gehandelte Luanda-Roman „Barroco Tropical“ des Angolaners José Eduardo Agualusa, ein rasanter, irrer Sturzflug durch die nur fiktiv in die Zukunft verlegte angolanische Hauptstadt, in der Ölboom und Korruption, postkoloniale, postsozialistische, postillusionäre Strukturen ihre krassen Spuren hinterlassen haben. Hochhäuser, von denen Frankfurt nur träumen kann, Chaos, das uns noch bevorsteht.

Autor José Eduardo Agualusa und Übersetzer Michael Kegler

Und als ob das nicht genügte, ist diese afrikanische Bladerunner-Odyssee auch noch ein extrem poetisches Buch, in dem es um schwarze Engel und eine afrikanische Pop-Diva geht, um Intrigen der Liebe, Wahn und knallharte Realität. Das Buch stand nicht umsonst auf der Shortlist zum diesjährigen Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt. Erschienen ist es im stets nur zu lobenden Münchener A1 Verlag.

Lesung am Freitag, 2. September um 18.00 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 1

Weitere Geheimtipps und das gesamte Metropolitan-Programm finden sich – natürlich – auf www.metropolitan-frm.de.

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Die Marke Panda

Na gut, der WWF-Panda darf bei meinem Sohn im Bett bleiben. Schließlich kann das Kuscheltier ja nichts für die zweifelhaften Machenschaften, die dem WWF neuerdings angelastet werden. Aber ganz so süß wie früher finde ich den schwarz-weiß-gefleckten Stoff-Teddy trotzdem nicht mehr.

Mein Gefühlswandel hat mit dem Vorwurf zu tun, dass der WWF „Green Washing“ betreibt. So heißt die zweifelhafte Geschäftspraktik, bei der Konzerne sich und ihren Produkten ein grünes Mäntelchen umhängen. „Green Washing“ ist längst nichts Neues mehr, aber es greift mit der gleichen Geschwindigkeit um sich, mit der die Sorgen der Kunden um die Umwelt wachsen – mit Lichtgeschwindigkeit also.

Unternehmen versuchen immer öfter bei Käufern mit vermeintlicher Umweltfreundlichkeit und Rücksichtnahme aufs Klima zu punkten. Die alte Werbeweisheit „Sex sells“ stimmt zwar immer noch, aber „Öko sells“ gilt mindestens ebenso – die grüngewaschene Weste läuft in der PR der nackten Haut langsam aber sicher den Rang ab.

Besonders perfide wird es, wenn scheinbar unabhängige Umweltschutzorganisationen sich vor den Karren der Wirtschaft spannen lassen. Und genau das wirft der Filmemacher Wilfried Huismann dem World Wide Fund for Nature (WWF) in der wirklich spannenden Dokumentation „Pakt mit dem Panda“ vor, die kürzlich in der ARD Premiere hatte und jetzt auch auf You-Tube zu sehen ist.

Für Huismann ist „Green Washing“ nichts als eine moderne Form von Ablasshandel. Sehenswert ist auf jeden Fall auch das Interview mit dem Autor.

Was mich besonders geärgert hat, obwohl es mit Blick auf die Ökosprit-Problematik nur ein Kinkerlitzchen ist: Selbst die WWF-Sticker, die es in REWE-Supermärkten vor einigen Wochen zu jedem Einkauf gratis dazu gab und die meine Kinder mit Inbrunst gesammelt haben, sind das Gegenteil von umweltfreundlich. Laut Greenpeace wurden die 180 Millionen Aufkleber nämlich auf Papier gedruckt, das eben nicht aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, sondern aus Raubbau an der Natur. Über die Produktion des WWF-Maskottchens, dem Kuschelpanda der auf dem Kopfkissen meines Sohnes liegt, habe ich bisher noch nichts Negatives gehört, aber wer weiß?

Ach ja: Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass der WWF den Darstellungen des Filmemachers Huismann natürlich widersprochen hat, und zwar in epischer Breite.

Die Zeit, um durch diese Faktenflut durchzublicken, fehlt mir leider. Aber Huismann erscheint mir ohnehin als die glaubwürdigere Quelle: Er hat schon mehrfach den Grimme-Preis gewonnen, und der steht für höchste journalistische Qualität.

Weitere Links:

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Pitch zum Relaunch der book-n-drive Website

Der Carsharing-Anbieter book-n-drive plant den Relaunch seiner Website und hat uns eingeladen, gegen Honorar am Pitch teilzunehmen, weil wir vergangenes Jahr erfolgreich eine Microsite für die Aktion Hin & Weg gestaltet haben. Hier unser Beitrag:

Die Eingangsseite mit einem Beispiel für die Gestaltung des „Schaufensters“:

Die wichtigsten Kundenversprechen sind sofort erfassbar, die Kerninhalte (Stationssuche und Anmeldung) redundant erreichbar. Das Login ist im Kopf der Seiten immer verfügbar. News und Aktionen können angeteasert werden, Videos – z.B. von Testimonials – ergänzen das Bild.

Die Seite mit Tarifen und Preisen:

Die Preistabelle wird als Akkordeon umgesetzt, die Abschnitte über die einzelnen Tarifbestandteile können auf- und zugeklappt werden. Die preisrelevanten FAQ werden neben der Tabelle angezeigt, weitere relevante Informationen wie Testimonials und Preisbeispiele im Bühnenbereich der Seite angeteasert. Die Tarifinformationen können zusätzlich als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Zwei beispielhafte Seitenelemente:

Anmeldemaske: Die einzelnen Bereiche des Formulars können auf- und zugeklappt werden. Durch die plakativen Überschriften ist eine schnelle Orientierung möglich.

FAQ: Jede Frage kann aufgeklappt werden (Akkordeon). Der hier dargestellte Zustand  – die erste der „Top 10“ Fragen – ist ohne weiteren Klick aktiv. Über das Kategorienmenü ist ein schneller Zugriff möglich; zusätzlich wird eine Volltextsuche vorgesehen.

Marker für die Stationskarte auf Basis von Google Maps

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Wenn Licht Wände versetzt – Festa della Luce in Volterra

Die Piazza dei Priori in Volterra wurde vom 29. bis 31. Juli abends um zehn Uhr zu einem riesigen Freilichtkino. Volterrateatro präsentierte die Prima Edizione der Festa della Luce. Es ist zu hoffen, dies bedeutetet, dass eine Wiederholung geplant ist – und dann nichts wie nach Volterra!

Durch leuchtende Projektionen verwandelten sich die steinernen Fassaden auf der Langseite des mittelalterlichen Platzes in eine gigantische Leinwand. Die massiven Steinwände lösten sich in psychedelischen Kaleidoskopeffekten auf, bildeten den Innenraum eines barocken Theaters, wurden zu neuen Gebäuden mit Durchblicken in fremde Landschaften, ließen Papageien durch Urwälder fliegen oder ganze indische Elefantenkolonnen über den Platz ziehen … sogar die Sonne ging mitten in der Nacht auf.

Fotoausschnitte: Danny Rose, Festa della Luce in Volterra

Die Lichtshow wurde von der französischen Agentur Danny Rose, die sich auf Großprojektionen spezialisiert hat, realisiert und ist wirklich sehenswert.

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Schrebergarten 2.0 – zurück zur Selbstversorgung

Angespornt durch steigende Lebensmittelpreise und den Wunsch nach ökologischer Nachhaltigkeit hat UrbanFarmers, ein Spin-off Unternehmen der ZHAW in Wädenswil, die Aquaponik Technik weiterentwickelt.

Aquaponik verbindet Fischzucht und Nutzpflanzenanbau in einem gemeinsamen Wasserkreislauf. Die im Fischwasser enthaltenen Nährstoffe werden zur Düngung der Pflanzen verwendet. Dadurch kann der Energie- und Wasseraufwand stark reduziert werden.

Bilder: Malzfabrik

Aquaponik-Container

In Aquaponik-Containern auf Flachdächern oder Industriebrachen innerhalb unserer Städte sollen lokal Gemüse, Obst und Fisch direkt für die Verbraucher produziert werden. Transportwege werden verkürzt, CO2 reduziert und das Klima geschützt. Die Hängenden Gärten der Semiramis eine auch städtebaulich sehr interessante Idee, die großes Potential birgt. Solche Stadtfarmen bieten ein gigantisches neues Betätigungsfeld für Architekten.

Wem das alles zu lange dauert, der kann sich schon mal eine Heim-Aquaponik-Einheit basteln: „Malthus, a Meal a Day“, von Conceptual Devices letzten Monat inklusive Bauanleitung veröffentlicht.

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Multimediakunst – 2053 nukleare Explosionen in knapp einer Viertelstunde

Der japanische Künstler Isao Hashimoto (*1959 in Japan) setzt sich in seinem Werk mit Atomwaffen und nuklearen Explosionen auseinander. In seiner Arbeit „1945-1998“ von 2003 visualisiert er auf einer Karte in ca. 14 Minuten Zeitraffer 2053 Kernexplosionen, die in diesen Jahren weltweit stattfanden. Der Film beginnt mit dem ersten Kernwaffentest des Manhattan-Projekts – „Trinity“ bei Los Alamos – und den beiden Atombombenabwürfen auf Japan.

Am Anfang piept und blinkt es noch eher sporadisch, aber schon 1962 startet ein visuelles und akustisches Feuerwerk. Gegen Ende ebbt die Häufigkeit der Einschläge wieder ab. Hier wäre es interessant, das Projekt mit den Unfällen in kerntechnischen Anlagen zu kombinieren. Aber auch so ist die Menge der Explosionen unglaublich.

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Kann man denn zu Gernhardt überhaupt noch etwas Neues sagen?

Natürlich nicht. Er aber zu uns, z.B. über Marketing:

„Ein Fall aus der Praxis:Der Zwieback-Konsum läßt nach. Die alarmierte Zwieback-AG läßt den Markt untersuchen und stellt dabei fest, daß drei Gründe verantwortlich sind:
1. Der Zwieback gilt als hartes Nahrungsmittel, 2. Der Zwieback gilt als zu trocken, 3. Der Zwieback gilt als Nahrung für Kinder.
Das Management zieht die Konsequenzen und bringt einen flüssigen Zwieback auf den Markt, der, mit 40% Alkohol angereichert, lediglich an Erwachsene verkauft werden darf. Um jede Assoziation mit Opas Zwieback zu unterbinden, nennt er sein Produkt »Doppelkorn« und verdient sich eine goldene Nase.“

Abgeschrieben aus: Robert Gernhardt: Prosamen. Reclam Verlag Stuttgart 1995 (S. 16) – vom Dichter selbst vorgetragen auf der Doppel-CD „In Zungen reden: Stimmenimitationen von Gott bis Jandl“. Hörverlag München 2003 – und ursprünglich erschienen in der Welt im Spiegel – also in Wirklichkeit alles andere als neu, und doch unsterblich.

Heute ist Robert Gernhardt seit fünf Jahren tot.

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Alltägliches neu entdecken – Architektursommer in Darmstadt

In der letzten Woche konnten wir die Ergebnisse der Architektursommerworkshops in der Darmstädter Innenstadt erleben.

Sensibilisieren wollten die Projekte, Alltägliches durch Veränderungen wieder bewusst machen und zum Nachdenken anregen, so dass Bürger ihren Stadtraum neu erleben, neu schätzen, verbessern und Verantwortung für ihn übernehmen – hehre Ziele. Ob sie bei den Betrachtern angekommen sind – wer weiß das? Aber Spaß hat es gemacht, Darmstadts öffentliche Räume neu zu entdecken.

Peanutz Architekten / Berlin: meet Luis and his amazing friends

Denk mal! Denkmäler als Comicfiguren.

Janser Castorina Architektur & Elisabeth Koller / Graz: AHOI!

Der Woog als Installation: Lustig, wenn auch nicht sonderlich beeindruckend, sahen die Schwimmringe auf dem Woog aus. Allerdings waren sie Eintagsfliegen, denn kaum aufgebaut wurden sie schon versteigert und wieder abgebaut, um dem Triathlon Platz zu machen. Schade! Bestimmt hätten sie das Schwimmerlebnis im Woog bereichern können.

Terreform One / New York: cREATUREAMA – Raumlabor / Berlin: The Big Crunch

Die Kreaturen sehen aus wie aus Star Wars entlaufene, vierbeinige Maschinen, die vor der Centralstation gelandet sind. Bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass sie aus Styropor-Verpackungen zusammengesetzt sind. Schöne Idee, aber wirklich recycelt ist der Müll dadurch nicht und der Platz, um diese Geschöpf unterzubringen, ist auch endlich.

Raumlabor / Berlin & Bruno Franceschini: The Big Crunch


Das große Knirschen – „ein Tag geretteter Sperrmüll aus Darmstadt“. Die Walze aus Sperrmüll steht als starker Kontrast vor der Kulisse des frisch renovierten Theaters auf dem neu gestalteten Theatervorplatz. Sie provoziert und wirkt wie ein Magnet, der trotz immer wieder drohender Regenschauer viele Interessierte anzieht.

Presse: Architektursommer 2011: Es knirscht hörbar im urbanen Gefüge, Echo online

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